Delta-Wellen (0,5–4 Hz)
Delta-Wellen sind die langsamsten und amplitudenstärksten Gehirnwellen, die beim Menschen messbar sind. Sie dominieren während des Tiefschlafs (Non-REM-Schlafstadien 3 und 4) und spielen eine entscheidende Rolle bei regenerativen Prozessen des Körpers und des Gehirns. Während dieser Schlafphasen schüttet der Körper Wachstumshormone aus, das Immunsystem wird gestärkt und die synaptische Homöostase — ein Prozess, bei dem die tagsüber verstärkten synaptischen Verbindungen auf ein Grundniveau zurückgesetzt werden — findet statt. Bei Säuglingen und Kleinkindern sind Delta-Wellen auch im Wachzustand deutlich ausgeprägt, was den noch unreifen Entwicklungszustand des Gehirns widerspiegelt. Bei Erwachsenen kann eine erhöhte Delta-Aktivität im Wachzustand auf pathologische Zustände wie Hirnschädigungen, Enzephalopathien oder bestimmte metabolische Störungen hinweisen. Neuere Forschungen haben zudem gezeigt, dass Delta-Oszillationen eine Rolle bei der Gedächtniskonsolidierung spielen, insbesondere beim Transfer von Informationen vom Hippocampus zum Neokortex während des Schlafs. Meditationspraktiken tiefster Versenkung, wie sie von erfahrenen Meditierenden berichtet werden, können ebenfalls mit erhöhter Delta-Aktivität einhergehen.